Die Tage werden kürzer, morgens liegt Reif auf der Scheibe, und auf dem Arbeitsweg wird es nass und dunkel. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Ihr Auto winterfit zu machen. Mit der folgenden Checkliste erledigen Sie das Wichtigste an einem Nachmittag, ohne etwas zu vergessen.
1. Reifen: Das Fundament für sichere Fahrten
In der Schweiz gilt als Faustregel «Von O bis O», also von Oktober bis Ostern. Eine gesetzliche Winterreifenpflicht gibt es nicht. Wer bei winterlichen Verhältnissen mit ungeeigneten Reifen unterwegs ist, riskiert aber Probleme bei Unfällen und Versicherungsfragen. Planen Sie den Reifenwechsel deshalb jetzt ein, bevor die Werkstätten voll sind.
Prüfen Sie dabei diese Punkte:
- Profiltiefe: Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 mm. Für Winterreifen empfehlen viele Fachleute rund 4 mm, weil Grip auf Schnee und Nässe mit abnehmendem Profil nachlässt.
- Alter der Reifen: Das Herstellungsdatum steht als vierstellige DOT-Nummer an der Flanke (zum Beispiel 2321 für die 23. Woche 2021). Sehr alte Reifen werden mit der Zeit hart.
- Zustand: Achten Sie auf Risse, Beulen und ungleichmässigen Abrieb.
- Reifendruck: Der richtige Wert steht meist auf einem Aufkleber im Türrahmen oder im Tankdeckel.
Bei Kälte sinkt der Reifendruck. Kontrollieren Sie ihn deshalb im Winter alle paar Wochen, am besten bei kalten Reifen. Dafür muss man nicht zur Tankstelle: Ein tragbarer Akku-Luftkompressor mit 6000 mAh liegt im Kofferraum bereit und füllt Luft nach, wenn Sie es brauchen.
2. Sicht: Scheiben, Wischer und Licht
Im Winter fahren Sie öfter in der Dämmerung oder im Dunkeln. Gute Sicht ist deshalb wichtiger als im Sommer.
- Scheiben innen und aussen reinigen. Ein Schmutzfilm streut tief stehendes Licht und blendet stärker.
- Scheibenwischer prüfen. Hinterlassen sie Schlieren oder ruckeln sie, ersetzen Sie die Gummis. Das geht schnell und günstig.
- Frostschutz ins Waschwasser. Füllen Sie die Scheibenwaschanlage mit Frostschutzmittel, sonst friert die Anlage bei Minustemperaturen ein.
- Beleuchtung testen. Abblendlicht, Fernlicht, Blinker, Brems- und Nebelschlussleuchte: Lassen Sie sich beim Kontrollieren helfen oder nutzen Sie eine reflektierende Fläche, zum Beispiel ein Garagentor.
Wer abends oft lange Strecken fährt, kennt das Problem der Blendung durch entgegenkommende Scheinwerfer. Für solche Nachtfahrten gibt es eine Anti-Blendschutz-Brille für Fahrten bei Nacht. Probieren Sie sie bei Gelegenheit aus. Bei Sehproblemen bleibt der Besuch beim Optiker die erste Wahl.
3. Batterie und Flüssigkeiten
Kälte fordert die Starterbatterie. Besonders gefährdet sind ältere Batterien und Autos, die vor allem Kurzstrecken fahren, weil die Batterie dabei kaum nachlädt. Lassen Sie die Batterie beim Reifenwechsel in der Garage kurz prüfen. Das dauert nur wenige Minuten.
Kontrollieren Sie ausserdem:
- den Kühlflüssigkeitsstand und den Frostschutz des Kühlmittels,
- den Ölstand,
- den Zustand der Bremsen, wenn Ihnen Geräusche oder ein weicher Pedaldruck aufgefallen sind.
Haben Sie vor dem Winter einen Hinweis im Serviceheft, lohnt sich ein Termin in der Garage. Hier geht es um Ihre Sicherheit und nicht ums Sparen am falschen Ort.
4. Innenraum und Lack: Nässe, Laub und Salz im Griff
Im Herbst und Winter tragen Sie Laub, Nässe und Schmutz ins Auto. Bleibt die Feuchtigkeit in Fussmatten und Polstern, beschlagen die Scheiben schneller und es riecht muffig.
- Gründlich saugen: Entfernen Sie Sand, Laub und Krümel aus Fussraum und Ritzen. Ein kabelloser Auto-Staubsauger mit bis zu 9 500 Pa und rund 550 g ist handlich und braucht keine Steckdose. So saugen Sie auch kurz vor der Abfahrt noch schnell durch.
- Fussmatten trocknen: Nehmen Sie nasse Matten bei Gelegenheit heraus und lassen Sie sie zu Hause trocknen.
- Scheiben trocken wischen: Beschlag auf der Innenseite verschwindet mit einem sauberen, trockenen Tuch. Ein XXL-Mikrofasertuch für Autos deckt auch die grosse Frontscheibe in wenigen Zügen ab.
- Lack und Unterboden waschen: Streusalz greift Metall an. Waschen Sie Ihr Auto im Winter regelmässig, auch den Unterboden, sofern die Waschanlage das anbietet.
5. Das Notfall-Set für kalte Tage
Ein kleines Set im Kofferraum macht den Unterschied, wenn der Morgen frostig ist oder Sie unterwegs liegen bleiben. Das Pannendreieck ist in der Schweiz vorgeschrieben. Überprüfen Sie, ob es noch im Auto liegt.
Diese Dinge gehören zusätzlich in Ihr Winter-Set:
- Eiskratzer und Handfeger,
- Handschuhe und eine warme Decke,
- eine Taschenlampe mit geladenem Akku,
- ein Ladekabel und eine Powerbank für das Smartphone,
- Enteiserspray für Scheiben und Schlösser,
- die Reifenpumpe oder der Kompressor.
Wer sein Auto oft an wechselnden Orten abstellt, etwa am Bahnhof oder in einer grossen Tiefgarage, kann zusätzlich einen GPS-Tracker fürs Auto ohne Abo nutzen. Er zeigt den Standort per App und meldet Bewegungen. So behalten Sie Ihr eigenes Fahrzeug im Blick. Beachten Sie dabei die gesetzlichen Regeln zu Datenschutz und Einwilligung.
Checkliste zum Abhaken
- Winterreifen montiert, Profil und Alter geprüft
- Reifendruck kontrolliert
- Scheiben gereinigt, Wischergummis geprüft
- Frostschutz im Waschwasser
- Beleuchtung getestet
- Batterie und Flüssigkeiten kontrolliert
- Innenraum gesaugt, Matten trocken
- Notfall-Set im Kofferraum vollständig
Weitere praktische Helfer finden Sie in der Kollektion Auto & Fahrzeuge.
Häufige Fragen
Wann sollte ich Winterreifen montieren?
Als Richtwert gilt «Von O bis O», also von Oktober bis Ostern. Entscheidend ist das Wetter: Sobald die Temperaturen dauerhaft unter etwa 7 °C fallen oder Schnee und Eis möglich sind, sind Winterreifen sinnvoll. Buchen Sie den Termin früh.
Gibt es in der Schweiz eine Winterreifenpflicht?
Nein, eine allgemeine Pflicht gibt es nicht. Ihr Fahrzeug muss aber den Strassenverhältnissen angepasst sein. Bei Unfällen mit ungeeigneten Reifen können Sie mitverantwortlich gemacht werden. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Versicherung nach.
Wie oft sollte ich im Winter den Reifendruck prüfen?
Alle zwei bis vier Wochen, am besten bei kalten Reifen. Kälte senkt den Druck, und zu wenig Luft verschlechtert Fahrverhalten und Verbrauch. Der Sollwert steht im Türrahmen oder im Tankdeckel.
Wie verhindere ich beschlagene Scheiben?
Halten Sie den Innenraum trocken: Nasse Matten trocknen, Scheiben sauber halten und regelmässig lüften. Ein trockenes Mikrofasertuch entfernt Beschlag schnell. Saubere Scheiben beschlagen zudem weniger als verschmutzte.
Fazit
Wer sein Auto winterfit macht, fährt entspannter und sicherer durch die kalte Jahreszeit. Beginnen Sie mit den Reifen, kümmern Sie sich dann um Sicht, Batterie und Innenraum und packen Sie ein kleines Notfall-Set ein. Mit der Checkliste oben haben Sie alles Wichtige auf einen Blick.